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2020-10-08 19:00; Sagenhaft; Sagen und Geschichten zur Geschichte Tirols

Tarantel Lesetheater

Buchpräsentation
(um das Wesen der TirolerInnen nach Ischgl usw. ein wenig besser zu verstehen)

Ich sammelte seit je Sagen, von denen ich der Meinung war, dass sie gewissermaßen „literarische Beiträge“ zur Geschichte wären; indes: Sie sind sehr oft Beiträge zu Geschichts­fälschungen. Mein Bemühen in den Neu-Erzählungen ist sie „realer“ im historischen Zusammenhang zu vermitteln.
Keine andere literarische Gattung wie Märchen, Sagen und Legenden prägen nachhaltig unseren Zugang zur Literatur (und damit unser Bewusstsein).

Märchen und Sagen waren früher Geschichten von Erwachsenen für Erwachsene (und daher voll erotischer bis sogar pornografischer Anspielungen).
Aber Sagenhaftes (abgesehen von „Modernen Sagen“, zuweilen auch „Fakes“ genannt) geschah auch im 20. Jahrhundert und geschieht weiter bis in unsere Zeit.
Meine Freunde kritisieren an mir, dass ich beim Erzählen „mäandere“. Tut mir leid, die Themen sind zu komlex, um sie vereinfacht darstellen zu können. Daher nannte ich meine Erzählweise früher erzählerische Collagen, neuerdings „Zerstückelte Erzählungen“.
Über Tirol wissen die Wiener*innen außer, dass es dort den Andreas Hofer gab, und dass es dort Berge, Männer in Lederhosen und Frauen in Dirndln gibt, die auf Almhütten in den Bergen verrückte Tänze aufführen, wenig bis gar nichts.
Wenn ich früher oft über Ungeheuerlichkeiten aus dem Tiroler Alltag berichtete, schüttelten die Zuhörer*innen nur ungläubig den Kopf. Seit Ischgl und den damit zusammenhängenden Auftritten vom Landeshauptmann und Landesräten abwärts, wird mir nun mehr geglaubt…

Gerald Grassl