2021, 4. Quartal


Mittwoch, 06. Oktober 2021, 19:00
Film mit anschließender Diskussion
»Arbeit statt Almosen«

Marlen Schachinger bat 20 Autorinnen vor die Kamera. Ihr Dokumentarfilm »Arbeit statt Almosen« zeigt die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Autorinnen in österreichischen Verlagen.

Zwanzig Autorinnen am Wort: Während des durch Covid-19 bedingten Auftrittsverbots haben sie sich zusammengeschlossen, um ihre Stimmen in dem Dokumentarfilm »Arbeit statt Almosen« in den kulturpolitischen Diskurs zu mischen. Höchste Zeit! Denn es zeigt sich, dass es in der Literatur lange schon ›5 vor 12‹ ist.
Der Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Autorinnen und Autoren, die in österreichischen Verlagen publizieren, ist entlarvend und schockierend. Er stellt der sogenannten ›Kulturnation Österreich‹ ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Es sei dringend notwendig, so Marlen Schachinger, Tacheles über Einkünfte wie Tantiemen und Vorschüsse zu reden, über sonderbare Absagen und die Auswüchse der Machtverhältnisse im literarischen Feld, damit die Zukunft eine andere werden kann.

Zusätzlich bat Marlen Schachinger Buchhändlerinnen und Buchhändler in Wien sowie im ruralen Raum und in Landeshauptstädten, Sachbearbeiter für Kultur und zahlreiche andere vor die Kamera. Ihr Fazit: Mutige Schritte tun not, will sich die ›Kulturnation‹ aus den süßen Sonntagsreden der Politik befreien, ihren historischen Ballast abwerfen und wahrhaftig, in Europa, eine Gesellschaft der Kunst und Kultur werden, deren Werten verpflichtet.

Arthof/Kleinbaumgarten, 2020, Konzept, Schnitt & Regie: Marlen Schachinger; Kamera: Robert Gampus; Tonbearbeitung: Josef Umschaid
Kontakt: marlen.schachinger(at)A1.net
Weitere Infos & Trailer: www.marlen-schachinger.com/aktuell-arbeit-statt-almosen
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Donnerstag, 07. Oktober 2021, 19:00
TARANTEL-Diskussion
Schön sprechen! (?)

Von Sprachverluderung bis Polit-Sprech
in Politik, Medien, Justiz und Alltag

Wenn Kinder in die Schule kommen, erleben sie so etwas wie einen Kulturschock: Die Sprache, die sie von daheim gewohnt waren, gilt nicht mehr. Sie müssen daran gehen, in mühevollen kleinen Schritten die (für sie) „Fremdsprache“ Deutsch zu lernen.

Je besser die Schule, umso mehr wird auf die gute Beherrschung der deutschen Sprache Wert gelegt. Denn die Beherrschung der Sprache kann für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen später auch ein „Markenzeichen“ ihrer Herkunft andeuten: Sog. „Elite“ oder Proletariat.
Professoren schwärmten früher davon, dass die deutsche Sprache eine der reichsten an Wörtern und kompliziertesten in ihrer Grammatik der Welt sei.

Die Beherrschung der deutschen Sprache konnte auch zur Disziplinierung dienen, sie wurde auch ein Zeichen nicht nur der regionalen (Dialekt) Zugehörigkeit, sondern auch der Zugehörigkeit zur jeweiligen gesellschaftlichen Klasse.

Nach der Niederwerfung des Nationalsozialismus mit seinen Disziplinierungsmechanismen in allen Lebensbereiche (daher auch durch Veränderung der deutschen Sprache), erfolgte in den 1950/60er-Jahre ein sprachliches Aufbegehren gegen bisherige Normen des Sprachgebrauchs durch die „Wiener Gruppe“ (Artmann, Achleitner, Bayer, Rühm, Jandl usw.).

kleinschreibung ohne interpunktion sprachspielereien wortspielereien wortneukreationen undsoweiterundsofort …

Wort wie „Kristallnacht“ kann nicht mehr verwendet werden (ein inzwischen vergriffenes Büchlein listete ca. 600 Wörter auf, die wegen der NS-Missbrauch nicht mehr verwendet werden sollen). Es folgten die andauernden Diskussionen um gendergerechte Sprache, rassistischer, frauenfeindlicher, fremdenfeindlicher usw. Sprachgebrauch.

Wie wir denken, sprechen und schreiben wir.
Wie wir sprechen und schreiben, so denken wir.
Ungenaue Texte entstammen halbgarem Denken.
Mittelmäßiges Nachdenken bringt uninteressante Texte hervor …
usw. usf.
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Samstag, 16. Oktober 2021, 19:00
Bellydance
orientalische Bauchtanzgruppe


Reservierung unter reservierung(at)werkl.org
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